Greenwashing erkennen: fünf Prüfschritte vor dem Kauf

Grüne Farnwedel

Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge — häufiger mit einer Verengung des Blickfelds. Ein Label betont Biodiversität, schweigt aber zu Scope-3. Eine KI-Zusammenfassung lobt „Fortschritte“, ohne Zahlenjahre zu nennen. Die folgenden Schritte nutzen wir in Gutachten und Reviews.

1. Anspruch und Portfolio trennen

Was verspricht der Text — und was hält die Positionsübersicht? Wenn 40 Prozent der Titel in Sektoren liegen, die der Claim ausschließt, ist die Sprache bereits verdächtig.

2. Zeitraum der Daten verlangen

Nachhaltigkeitskennzahlen ohne Berichtsjahr sind dekorativ. Besonders KI-Texte neigen dazu, Zeitangaben zu glätten. Notieren Sie das jüngste belastbare Jahr.

3. Ausschlüsse wörtlich lesen

„Kontroverse Waffen“ und „fossile Förderung“ sind Definitionsfragen. Prüfen Sie Schwellenwerte (Umsatzanteile) und Ausnahmen. Marketingtexte lassen diese Fußnoten gerne weg.

4. Label und Methodik koppeln

Ein Siegel ersetzt keine Methodikbeschreibung. Fehlt der Link zur Kriterienliste, behandeln Sie das Label als Hinweis, nicht als Nachweis.

5. KI-Zusammenfassung gegen Rohtext halten

Nehmen Sie den Originalbericht und die KI-Kurzfassung parallel. Fehlen Negativmeldungen oder laufende Verfahren in der Kurzfassung, dokumentieren Sie die Lücke für das Gremium.

Greenwashing-Abwehr ist Büroarbeit: Markieren, Datieren, Gegenlesen — nicht eine weitere App.

Für eine schriftliche Stellungnahme zu konkreten Unterlagen siehe unser Gutachtenangebot.

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